Was ist ECHTES Liquid Feedback?

von Jana Buchmann

Wer echte Demokratie will, sollte auf ein echtes Liquid Feedback-P7 in offline- und online-Abstimmungen setzen, das maximale Teilhabe, transparente Problemräume und Entscheidungsgewichtung, Meinungsfreiheit und Selbstbestimmung sowie eine Echtzeitkontrolle politischer Leistungen hinsichtlich Grundwerten und universellen Menschenrechten gewährleistet.

Warum das alte LQFB kein Liquid Feedback ist und aktuelle Verfahren mit Mehrheitsentscheiden nicht den Wählerwillen, sondern den Manipulationserfolg messen:  >> Lesen

Wodurch kennzeichnet sich ein ECHTES Liquid Feedback wie iP7?

1. In der Regel wird anhand offener W-Fragen bottom up diskutiert und abgestimmt. Jeder kann potentiell mitmachen, wobei jeweils gesondert Probleme ursachenorientiert und Lösungen ziel- und lösungsorientiert diskutiert werden.

2. Diskussionen, Stimmungsbilder und Abstimmungen (nicht Beschlüsse) sind liquide, d.h. nicht schwarz-weiß (ja/nein), sondern erfolgen v.a. bei komplexen Problemen mit mehr als 2 Lösungsoptionen anhand von metrischen Skalen in Graustufen (ähnlich einem Thermometer mit Minus und Plus-Pol).

3. Im  Vorfeld einer  Diskussion und Abstimmung über Lösungen/Forderungen/Ideen wird bestimmt,  was die  wichtigsten Probleme/Themen des Kollektivs sind. In der basisdemokratischsten Form der Willensbildung mit Liquid Feedback-P7 wird vor der Lösungssuche und -bewertung konsensiert, was konkret die wichtigsten Ursachen eines Problems (IST) und die wichtigsten operativen Ziele der Problemlösung (SOLL) sind, anhand derer anschließend die Passung der gesammelten Lösungen/Forderungen (Zielkohärenz) bewertet und in eine Rangfolge gebracht werden.

4. Die wichtigsten Probleme, Themen und Ziele werden mittels Priorität ausgewählt und Anträge werden primär anhand Passung/Passgenauigkeit und sekundär anhand anderer Kritieren bewertet (wie z.B. Pervertierung, Prägnanz/Präzision, Progressivität, Potential) und transparent optimiert, bevor die besten (statt “Pest & Cholera”) final anhand herkömmlichem, qualitätsunspezifischem Mehrheitsentscheid oder besser anhand qualitätsspezifischem Mehrheitsentscheid (GG-Ampel, neu: mit Gewissensabfrage) über die Passung/Pervertierung mit zentralen Werten beschlossen werden.

5. Zudem wird auch der Widerstand gegen den Status Quo (= Passivlösung: Alles bleibt, wie es ist), also die Veränderungsmotivation, gemessen und mit den Bewertungen der anderen Lösungen verglichen. Alle Lösungen die schlechter sind als der Status Quo, liegen unter der Zumutbarkeitsgrenze und gehen nicht mit in weitere Optimierungsrunden ein. Dies schützt vor Rückschritten (ohne dass man nicht konforme Gruppen zu Feinden erklären oder bekämpfen muss) und sorgt dafür, dass es  nur besser werden kann und neue Entscheidungen die Lage im Vergleich zum Ist-Zustand nicht verschlechtern (vgl. Systemisches Konsensieren, hier aber zusätzlich mit P-Vernunftskriterien).

6. Jeder Teilnehmer hat ein oder mehrere, gleichwertige Stimmen. Liquid Feedback-P7 ist ein Werkzeugkasten für freie, gleichberechtigte, pluralistische Willensbildung mit Stimmungsbildern sowie transparenter Optimierung und Konsensfindung, wodurch die Qualität politischer Leistungen durch die Basis in Echtzeit kontrollier- und dokumentierbar wird und dabei helfen kann, ideale Kompromisse bei fairem Interessenausgleich zu finden. Dabei werden die Dringlichkeit von Problemen und die Qualität von Ideen anhand der Bedürfnisse und Interessen der Basis bzw. Interessenparteien hinsichtlch ihrer Passung mit operativen Zielen, Grundwerten und Menschenrechten gemessen und optimiert.

7. Die Willensbildung einer Gruppe ist nicht durch Superdeligierte verzerrbar, kontrollier- und manipulierbar, obgleich mit Liquid Feedback-P7 auch Personenwahlen möglich sind, die anhand der eingeschätzten Fähigkeit und der Motivation (Kriterium der Power = Fähigkeit * Motivation) hinsichtlich der in fragestehenden Position für jede einzelne zur Wahl stehenden Person beantwortet und über die Gruppenmittelwerte in eine Reihenfolge gebracht werden.

8. Das Diskussionsergebnis kann, im Falle der Verwendung einer metrischen Skala mit Minus und Pluspol, in das Format des qualitätsspezifischen Mehrheitsbeschlusses überführt werden und enthält imVergleich zum herkömmlichen, qualitätsunspezifischen Mehrheitsentscheid (ja/nein) konkrete, leistungsbezogene Informationen. – Also ein Feedback – über die Eignung von Kandidaten zu einem bestimmten Job, die Dringlichkeit von Problemen, die Wichtigkeit von jeweils zu behandelnden Ursachen und operativen Zielen, die Passung von Ideen mit operativen Zielen, Grundwerten und Menschenrechen sowie über das Ausmaß der durch die Gruppe eingeschätzten Pervertierung dieser Werte.

9. Liquid Feedback-P7 lässt anonyme Abstimmungen zu, außer z.B. bei  Repräsentanten, die eine grundgesetzlich verankerte  Rechenschaftspflicht (Art. 21(1) GG) über ihre (geistigen) Mittel  haben, d.h. laut GG Rechenschaft darüber ablegen sollen, welche konkreten Abwägungen und Kriteriengewichtungen (z.B. Menschenrechte vs. Lobbyinteressen) zu einer Entscheidung geführt haben.

10. Liquid Feedback-P7 wird hinsichtlich der Messqualität abgesichert, d.h. es wird parallel die Messqualität bzgl. Informationsqualität, Gültigkeit und Genauigkeit der Messung/Abstimmung empirisch überprüft.

 

Definition von echter Demokratie für Liquid Feedback-P7 – das Gemeinwohl betreffend: “In einer echten Demokratie strebt der Mensch gleichberechtigt, frei und solidarisch danach, Schmerz zu vermeiden und Glück zu vermehren.”

In der Neuentwicklung zum Liquid Feedback-P7 werden das Ausmaß von Schmerz und Glück (Gemeinwohl) anhand 7+1 universellen Realitätskriterien (s. Link oben) gemessen. Die graduelle Bewertung anhand dieser Realitätsdimensionen (z.B. Ausmaß der Passung mit Menschenrechten, Zielen und Grundwerten) zeigt damit jeweils das Ausmaß von Ja (Zustimmung/Glück) und Nein (Ablehnung/Schmerz) an.

Fazit: Liquid Feedback-P7 misst den Widerstand sowie die Qualität von Ideen, Prozessen und Produkten in Graustufen und ermöglicht dezentrales, kooperatives Problemlösen anhand der Bedürfnisse der Basis und der menschlichen Intelligenz und misst nicht, wie qualitätsunspezifische Mehrheitsentscheide und altes nicht-LiquidFeedback, wie gut die Massenmanipulation und Fremdsteuerung von oben funktioniert hat, sondern misst empirisch fundierbar den Wählerwillen und das Gemeinwohl.

Ausblick: Über eine empirische Prüfung des zugrunde liegenden Modells hinaus ist es denkbar, mit echtem Liquid Feedback-P7 eine politische und wirtschaftliche Neuausrichtung via Bruttosozialglück zu realisieren.

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